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Flohzirkus Birk
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Kongress Express 2008, Bericht  von Gerd Plewig:

21. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie

Harte Arbeit, frohe Feste:

Die Fortbildungswoche und der Flohzirkus 

Auf dem größten Volksfest der Welt hat München heimliche – kleine – Stars. Aufgrund Ihrer vielfältigen Talente gelingt es Ihnen mit Leichtigkeit, zwei der wichtigsten Attribute der bayerioschen Landeshauptstadt zu vereinen: Fußball und Bier. Die technische Raffinesse im Umgang mit dem runden Leder gilt in Fachkreisen als Vorbild für die großen Stars – und so manche Brauerei sollte sich überlegen, ob sie nicht auf „Floh-Stärken“ umsatteln sollte. Der Floh-Fan Gerd Plewig gestattet uns hier einen kuriosen Einblick in eine Miniatur-Welt auf der Wiesn.

 

Flohzirkus Floh Fussballer

An was denken Sie, wenn das Wort München fällt: Eine liebenswert quirlende Stadt unter weiß-blauem Himmel im Alpenvorland; weltbekanntes Bier und kastanienbeschattete Biergärten; eine Automarke, die mit den Buchstaben BMW an­fängt; das Olympiastadion oder die Allianz-Arena; den überaus erfolgreichen Fußballverein Ba­yern München; das Oktoberfest; das Glockenspiel im Rathaus; oder die Dermatologie? Ich denke an etwas anderes: Ich denke an die Flöhe und den letzten deut­schen Flohzirkus auf dem Okto­berfest.

Schon bei der letzten, der 20. Fortbildungswoche für Praktische Dermatologie und Venerologie, habe ich Ihnen von dieser einmaligen Institution berichtet, von den Geheimnissen, wie die Artisten unter Vertrag genom­men werden und unter der Ägi­de des Flohzirkusdirektors Robert Birk unglaubliche Kunststücke vollbringen. Sie merken vielleicht schon jetzt, dass mich das Floh­-Begeisterungs-Fieber gepackt hat, und dass der Freundeskreis der Floh-Anhänger immer größer wird. Von den vielen Neuigkeiten aus der Welt der Flohartisten möchte ich Ihnen zwei bemer­kenswerte Geschichten erzäh­len. Die eine hat etwas mit dem Fußball und die andere mit dem Münchner Bier zu tun.

 

 Jeder Schuss ein Tor

 Bayern München war in diesem Jahr (fast) nicht auf seiner Erfolgsspur zu bremsen. Lag es am Manager, am Trainer, am Torwart oder einzelnen Feldspielern? Ich glaube, Mittelfeld und An­griff, insbesondere der Franzose Franck (Ribéry) und der Italiener Luca (Toni), haben den Heimvor­teil ausgenutzt und insgeheim studiert, wie man am besten Tore schießt. Das haben sie meines Erachtens von den Floh-Ball-Artisten abgeschaut. Die besten Floh-Kicker, sie könnten leicht in der Floh-Champions-League oder im Floh-UEFA-Cup spielen, verwandeln absolut sicher jeden Schuss in ein Tor. Sie haben eine von keinem anderen Torjäger bis­lang übernommene Taktik: Kein direkter scharfer Schuss, kein Fallrückzieher (falling overhead kick, bicycle kick oder scissors kick nennt man das im Englischen), sondern einen Rückschuss nach hinten unten mit beiden Bei­nen, am ähnlichsten wie Wim­bledon-Tennisspieler manchmal überraschend mit dem Rücken zum Gegner den Ball zwischen den Beinen nach hinten über das Netz schlagen.

 

Wir, der Zirkusdirektor Ro­bert Birk, der Starphotograph Uli Benz und ich haben die Flöhe stundenlang im Trainingslager beobachtet und uns überzeugen können, dass diese einmalige Technik so überzeugend ist, dass Joachim Löw sie hoffentlich zur Europameisterschaft 2008 auch seiner Truppe beigebracht hat. Eine ausführliche Publikation dieser Schusstechnik in einem Peer-reviewed-Journal, viel­leicht im Kicker-Sportmagazin, der führenden Fußballzeitschrift Deutschlands, ist von uns vor­gesehen. Diese hat einen quasi hohen Citation-Index, mit einer verkauften Auflage von etwa 260.000 zweimal wöchentlich für einen fachkundig-kritischen Leserkreis.

 


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Braureirösser en miniature

München, eine Weltstadt mit Herz und Bier vom Feinsten, das bringt uns zur zweiten Neuigkeit aus der Welt der Flöhe. Die be­sten Läufer und Springer zeigen im Flohzirkus ihre Kunststücke an den Geräten. Die Auswahl im Arsenal des Flohzirkusdirektors ist beeindruckend: Im Fuhrpark finden sich römische Kampfwagen, klassische Landauer, Kinder­karussels, Kaleschen, Thronwagen ihrer königlichen Majestäten und vieles mehr. Was bislang fehlte, war ein von der Volksmenge so geliebter und tausendfach pho­tographierter Brauerei-Festwa­gen.

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Das Glückslos fiel auf das Spaten-Franziskaner-Bräu, das fürwahr ein edles Getränk braut. Der persönlich haftende Gesell­schafter, der unerkannt bleiben möchte, nennen wir ihn einfach Herrn K.-E., unterstützte das Projekt mit einer großzügigen Spende. Nun konnten die Goldschmiedemeister zeigen, was in ihren Fingern steckt. Gemeint sind die Herren ihrer Zunft, Otto und Robert Zugschwert aus München, die schon in der Vergangenheit ihre hohe  Kunst beim Bau von artistengerechten Wagen bewiesen haben. Auch das neue, ja einmalige Kunstobjekt, das es jetzt zu entwer­fen und zu bauen galt, war eine höchst bemerkenswerte Leistung. In meinen Augen sind die Zugschwerts der Dynastie Fabergé mindestens ebenbürtig. Der berühmteste unter ihnen, Carl Fabergé, entstammte einer hugenottischen Familie, wurde am 30.05.1846 in St. Petersburg ge­boren und 1861 in der Hofkirche in Dresden gefirmt. Ab 1876 war er als Goldschmied am Hof in St. Petersburg tätig und arbeitete insbesondere für Zar Alexander III. Nach der Oktober­revolution übersiedelte Carl Fabergé nach Wiesbaden und erst 1920 nach Lausanne, wo er im Hotel Bellevue wohnte und dort am 24. September des gleichen Jahres verstarb.

 

Entstanden ist ein zweiachsiger Festwiesn-Bierwagen, auf dem 50 Fäs­ser (bitte zählen Sie nach) aufgeladen sind. Deutlich sichtbar sind seitlich und a tergo Schriftzug und Logo der Spa­ten-Brauerei zu erkennen. Der Kutscher sitzt auf dem Bock, trägt einen Hut und schwingt die Peitsche. Grün-weiße Girlanden schmü­cken den Wagen. Hinten ist ein echter Lederlatz angehängt, der beim Abladen der schweren Fäs­ser benutzt wird. Ursprünglich war dieses als Wurfkissen be­zeichnete Objekt ein einfacher mit Stroh gefüllter Jutesack. Der tut's heute nicht mehr. Die fein herausgeputzten Festwiesn-Brau­ereiwagen ziert ein vom Sattler handgenähtes und zudem noch besticktes Lederkissen. Vorge­spannt sind die vier stärksten Flö­he aus dem Stall des Flohzirkusdirektors, die das Gefährt dahin zie­hen. Ein solch exklusives Objekt wird verständlicherweise nur bei besonderen Gelegenheiten im Flohzirkus zur Schau gestellt, ins­besondere nicht in den späteren Abendstunden, wenn in der Bier- und Schnapsgeschwängerten Luft bei manchen Zuschauern die optische und muskuloske­lettale Koordination nicht mehr ganz funktioniert. Aber fragen Sie doch den Flohzirkusdirektor selber danach, er ist vom 20. Sep­tember bis zum 5. Oktober 2008 täglich anwesend. Vielleicht tref­fen wir uns dort.

 


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